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Die Story...

Alles Käse

  • Autorenbild: Julia Schmitt
    Julia Schmitt
  • 7. Juli 2024
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 25. Feb. 2025

1966 wurden in Deutschland 425.000 t Käse hergestellt. 2023 waren es 2,7 Mio. Tonnen Käse. Heruntergebrochen auf eine Person waren das ca. 25,4 kg Käse pro Kopf. Nahezu genauso viel (nämlich 25 kg pro Person) Fleisch- und Wurstwaren werden jährlich vertilgt.


Das überraschte mich und zwar positiv, denn wir Menschen essen zwar anscheinend zu viel Fleisch und Wurst, aber dennoch im klitzekleinen höheren Anteil Käse, der ja doch zu den nährwertreichsten Lebensmitteln zählt und von uns nahezu vollständig verdaut werden kann.

Mit dem Käse ist das so eine Sache. Er ist im Ganzen betrachtet zwar sehr nahrhaft, kann aber auch viel Fett beinhalten, teilweise mit mind. 60% Fettanteiligkeit, was man dann als Doppelrahm-Käse bezeichnet. Mascarpone, die streichfähige Frischkäsezubereitung aus Italien stammend, ist so ein Sau-Biest, das offiziell eine ganz harmlose Käse Art zu sein scheint, aber mit einem Fettgehalt von circa 80% ganz schön in sich hat. Mischt man Kakao, Sahne, Biskuit, Zucker etc. unter, hat man ein teuflisches Dessert kreiert: Tiramisu. Da der Hauptbestandteil Mascarpone ist, könnte man es sich eigentlich schönreden, in dem man sich sagt „ich esse nur ein bisschen Frischkäse zum Nachtisch“; allerdings hat eine Portion Tiramisu ca. 500 kcal, was einfach mal ungefähr 1/3 meines kompletten Tagesverbrauchs darstellt. Aber das ist ein anderes Dilemma.


Käse in all seinen vielfältigen Variationen ist wirklich erstaunlich: Emmentaler, Maasdamer, Gouda, Obatzter, Weichkäse, Schimmelkäse, Ofenkäse, Raclettekäse, Parmesan, Brie, Schafskäse, Ziegenkäse, Allgäuer Bergkäse, Mozzarella und und und.


Ein 2021 im Internet veröffentlichter Artikel beschreibt die Möglichkeit einer Käsesucht zu verfallen, da es ähnlich einfach wäre von Käse abhängig zu werden wie von Heroin. Schuld daran wäre das im Käse enthaltene Casomorphin. Ja sage mal, jetzt geht es aber mit der Menschheit durch! Forscht man ein wenig weiter im Internet bzw. mit Hilfe der KI wird schnell deutlich, dass die Käsesucht-These zügig widerlegt werden konnte.

Nicht auszudenken, wenn man auf einmal abgegrenzte Bereiche auf Bahnhöfen oder Flughäfen vorfinden würde, in nur denen erlaubt ist, eine kleine Menge an Käse zu verspeisen. Oder wenn man sich strafbar machen würde, bei einem Kauf eines ganzen Laibs Emmentaler. „Käsefahnder sind machtlos!“, „Die anonymen Käsler stehen Ihnen zur Seite.“, „Mein Leben als Käsesüchtiger!“, „Endstation Käsesucht!“, um nur einige erschütternde Zeitungsartikel zu nennen, die auftauchen hätten können.


Aber, Käse sei Dank, alles gut im gelblichen, wohlriechenden Land der mannigfaltigen Käsevariationen. Keine Sucht, nur Genuss!


Ich brauche übrigens kein Brot, um Käse zu essen. Ich kann den auch pur genießen. Einfach mal so ein Scheibchen Emmentaler auf die Hand, oder ein schönes Stück würzigen Weichkäse. Warum hat man das eigentlich nie als Kind bekommen, wenn man mit der Mutter an der Frischetheke im Lebensmittelgeschäft stand? Da gab es immer nur die obligatorische Scheibe Mortadella. So ein Scheibchen Gouda hätte mir vielleicht noch mehr Freude bereitet. Man wird es nie herausfinden. Oder gibt es heutzutage Verkäuferinnen, die kleinen Kindern eine Scheibe Käse statt Wurst in die Hand drücken? Gibt es diese Nettigkeit überhaupt noch, nach Zeiten von Corona und einer immer größer werdenden Hysterie an Keimfreiheit?


Apropos Keimfreiheit. Schon mal was vom Blauschimmelkäse gehört? Auch so eine ganz feine Angelegenheit und ein totaler Klassiker unter Käse Fans. Blauschimmelkäse enthält viele nützliche Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Aufgrund der enthaltenen Milchsäurebakterien und Edelschimmelpilzen können Aminosäuren, Peptide und wertvolle Proteine kreiert werden, die als Oxidationshemmer einen grandiosen Job erledigen können. Antioxidantien gibt es heutzutage schon in vielen, vielen Hautcremes, um grob zusammengefasst die Hautalterung zu bremsen. Also: Käse hält nicht nur gesund und vital, sondern auch das Hautbild jung. Man fühlt sich nicht nur gut, man sieht auch noch wie ein Jungbrunnen aus.


Danket den Mesopotamiern, im Schwarzmeerraum- und in Kleinasien-Lebenden, den Ägyptern und Nordafrikanern; denn laut einer bekannten, internetbasierten Enzyklopädie ist sicher, dass dort vor ca. 5000 Jahren v. Chr. der Käse das Licht der Welt erblickte. Welch eine Geburt! Und von da an begann die Ära des Käses und scheint bis heute ungebrochen.


Da fragt man sich doch, wann „Das ist doch alles Käse“ so populär wurde, denn eigentlich möchte man mit diesem Satz verdeutlichen, dass etwas Unsinn ist, was Käse auf keinen Fall ist! Die Herabwürdigung dieses fantastischen und grandiosen Lebensmittels sollte man tunlichst unterlassen, was heutzutage augenscheinlich auch wieder stattfindet, da man momentan eher „So eine Scheiße!“ oder „Was ein Bullshit!“ hört. Die Wertschätzung des Käses ist also wieder zurückgekehrt und so werden wir vielleicht in den nächsten Jahren noch eine Überraschung erleben, wenn der pro Kopf Käse-Verbrauch auf 40kg pro Person ansteigt und der Wurst- und Fleischverzehr nur noch bei 10kg liegen wird.


Dieser Wandel könnte damit beginnen, dass eben an der Frischtheke beim Lebensmittler Käsescheiben an Kinder verteilt werden und keine Wurst. Man anstatt kleinen Würstchen, Käsewürfel mitnimmt, um einen Snack zu haben. Man sich nicht nur zum Fleisch-/Wurst-Grillen, sondern auch zum Grillkäse-Grillen trifft.


Um Karl Marx hier in leicht abgewandelter Form zu zitieren: „Gebt dem Volk Käse!“

 

 
 

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