Hand drauf
- Julia Schmitt

- 7. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Ich komme gerade in den Genuss mitzuerleben wie ein kleines Wesen seine eigenen Gliedmaßen und im Speziellen seine Hände entdeckt. Faszinierend! Wirklich & wahrhaftig!
Seit vielen Tagen gibt es nichts Interessanteres als die eigenen Hände. Mal werden sie kontinuierlich geschlossen und geöffnet. Mal wird nur ein einzelner Finger sekundenlang betrachtet. Dann werden die eigenen Hände mit denen von Anderen verglichen und/oder umschlossen und am absolut Coolsten ist es, alles, was einem vor die Nase kommt zu greifen. Eine Tasse, ein Glas, eine Verpackung, Schlüssel, Tücher, ein Pflanzenblatt, total egal. Ab und an ist man leider kurz frustriert, weil man nicht alles greifen kann, also nicht erreichen kann, aber dieser Zustand dauert nicht lange; denn sehr zügig kommt schon ein neues Objekt vor die Nase, welches man intensiv betrachten und anfassen darf.
Um die Faszination unserer Hände vollends nachvollziehen zu können, hielt ich es für angebracht mal wieder meinen geerbten Brockhaus aus den 60er Jahren heranzuziehen. Denn neben einem etwas schwülstig formulierten Text, gibt dieser auch zwei sehr interessante Zeichnungen her, um den Aufbau der Hände darzustellen. Einfach toll!
So denn: Unsere Hand bzw. Hände(, aber der Einfachheit halber Mal hier nur im Singular,) besteht aus: Handrücken, Hohlhand (Handteller), Handwurzel, Mittelhand und Fingern. Unsere praktische und meist allzeit bereite Hand beinhaltet insgesamt 26 Knochen (+ Erbsenbein; das ist der Knubbel auf der Oberseite, Richtung Handgelenk). Diese 26 Knochen sind unterteilt in: 7 Handwurzelknochen, 5 Mittelhandknochen und sage und schreibe 14 Fingerknochen. Und dann gibt es noch so tolle Weichteile wie Kleinfingeranzieher und Kleinfingerbeuger, verschiedene Bänder - quer und ringförmig - und natürlich noch die Sehnen und Fingerglieder.
Und wenn man das alles weiß, dann ist es doch wirklich nicht mehr erstaunlich, dass ein Baby total fasziniert von seinen eigenen Händen ist. Was muss das für eine Mind-Explosion sein?! Auf einmal zu entdecken, dass man einzelne Finger bewegen kann, Dinge greifen, Fäuste machen kann, kneifen und Haare ziehen nicht vergessen, eine Hand sogar in den Mund passt und jetzt kommts: die Hände einem immer folgen. Sie sind ständig mit dabei. Egal, wo der Körper ist, die Hände sind mit am Start – einfach so, ohne sie mitnehmen zu müssen. Endlich muss man mal nicht an etwas denken, oder sich einen Knoten ins Taschentuch machen; die Hände sind immer da, um die Welt zu erkunden.
Unsere Hände erlauben es uns den Tastsinn zu erfahren, was einfach nur toll ist. Im Grunde genommen ist unser ganzer Körper natürlich ein grandioses Wunderwerk, nur leider fehlt mir aktuell die Zeit eine Lobeshymne auf jede einzelne Gliedmaße zu schreiben und so muss man sich erstmal mit unseren zauberhaften Händen be- oder auch vergnügen.
Auf das sie uns niemals ihren Dienst versagen: Viva la Hände!




